Openair 2.0 – der digitale Einzug ins Festival

Bis anhin war ein Festival für mich sowas wie echtes Leben. Keine Computer, viel Freiheit, gute Stimmung und keine Computer. Doch dies wird sich mit grosser Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren ändern. So werden bereits an den diesjährigen Festivals die ersten elektronischen Portemonnaies pilotiert. Anstellen eines Stoffbändeli, welches noch Monate später getragen wird, erhält man ein digitaler Chip auf welchen via Kreditkarte Geld geladen werden kann. Bezahlt wird nicht mehr mit physikalischem Geld sondern nur noch am Lesegerät. Dies schaltet dann auch gerade die 2.95 dl Bier bei der Zapfsäule frei, natürlich nur wenn der Träger des Chips vorrangig sich als über 16 ausgewiesen hat. Anstelle eines Meister-Seines-Faches-Zapfer kommt das Speed-Bier aus dem Selecta-Automat mit einer Standardtemperatur von 5C. Nach erfolgreich verkauften 62.35 Bier wird automatisch im Zentrallager das Fässli (falls es dies noch gibt) abgebucht und ein neues bestellt.

Natürlich wird jeder Verkauf aufgezeichnet was eine direkte Korrelation zwischen Käufer, Verkäufer, Produkt und Umsatz über das ganze Festival aufzeichnen lässt. Dadurch lässt sich dann auch am Montag nachvollziehen, wer wie viel Bier getrunken hat und wie sich die Normalverteilungskurve über die vier Tage erstreckt. Ich freue mich jetzt schon dem Datenschutzbeauftragter ein kühles Blondes zu spendieren.

Meine Zukunft sehe ich eher in Form eines Daten-Jongleur wie als Oberzapfer. Dienstleister anstelle Volunteer.

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